Wenn sich der Bürgermeister aufs Glatteis begibt
Die Gehwege sind glatt, oft eisbedeckt und vielerorts eine gefährliche Rutschbahn. Das hat auch Bezirksbürgermeister Matthias Köhne erkannt und fordert, dass das Gesetz geändert werde: Nicht nur Schnee, nein auch Eis müsse beseitigt werden. Das erinnert an die Option, laut “Haltet den Dieb” zu rufen, während man selbst den Goldschatz in der Hand hält. Denn dem aufmerksamen Gehwegschleicher ist nicht entgangen, dass gerade vor öffentlichen Gebäuden und Freiflächen im Bezirk die Bürgersteige weniger an einen sicheren Ort für Fußgänger, sondern mehr an olympiareife Bobbahnen* erinnern. Im starken Kontrast dazu stehen jene Vorbilder der Schneeräumkultur, bei denen kaum ein Eisstück, geschweige denn eine Schneeflocke die Pflastersteine bedeckt: Dort, wo es noch fleißige Schneeräumer und Hausmeister gibt, die einfach unermüdlich den Weg freiräumen, so dass erst gar keine Rutschebahn entstehen kann. Merke: Wer früh den Schnee räumen lässt, muss Glatteis nicht fürchten und braucht sich nicht durch unsinnige Gesetzesänderungsforderungen hervortun.
*Nachtrag: Der Artikel entstand einen Tag vor dem Tod von Nodar Kumaritaschwili


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