Übt Toleranz! (auch wenns schwerfällt)
“Yuppies haut ab!” ist sicherlich kein Spruch, der für wahnsinnig tiefgehende Betrachtung gesellschaftlicher Zusammenhänge spricht. Aber Verkürzung ist notwendiges Mittel der Auseinandersetzung, insofern ist das unter Gesichtspunkten der Kommunikation erstmal ok.
Nur: Wo sollen sie dann hin, wenn für Steglitz das Geld nicht reicht und in Charlottenburg die Latte macchiato-Dichte zu wünschen lässt? Nach Neukölln? Wedding? Mitte? Neubrandenburg?
Im Sinne des Aufbaus Ost wäre letzt genannter Ort vielleicht sinnvoll, allerdings ist damit zu rechnen, dass in der mecklenburgischen Einöde noch aus jedem Yuppi eine arbeitsloser Imbissrumsteher wird, denn die Konsum-Möglichkeiten des gemeinen Yuppies sind dort arg eingeschränkt. Und der Yuppie zeichnet sich nun mal nicht durch einen besonderen kreativen Eigensinn, sondern mehr durch radikales konsumieren aus – was ihm in der Einkaufscenter-Einöde in der Zone kaum möglich ist auszuleben. Neubrandenburg fällt also aus. Und in Neukölln, Wedding und Mitte wird der Yuppie auch immer wieder von Miesepetern verschmäht. Nein, er darf im Prenzlauer Berg bleiben, denn die Menschen hier zeichnen sich durch eine streitbare Toleranz auch gegenüber zweifelhaften Mehrheiten aus…..


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