Ein Aachener wundert sich
Kinder und ihre Gefährte, wohin das Auge reicht, Kinder, überall Kinder. Und Eltern, so viele Eltern auf einmal! Und darunter sogar Väter, ganz beachtlich viele Väter, nicht alle orientiert am Geschehen und Geschrei des Nachwuchses, sondern vielfach im iPhone vertieft, dem Rest der Welt entrückt.
Lychener 64 – nicht nur ein Film
Die Lychener 64 ist nicht nur ein Haus, in dem der Autor dieser Zeilen bei freundichen Menschen früher hin und wieder seine Zeit verbracht hat. Sondern jetzt auch ein Dokumentarfilm über die Bewohner des Hauses, über die Sanierung ihrer vier Wände und ihren Umgang damit.
“Lychener 64 führt Gentrifizierung als erlebte Realität vor Augen und schlägt mit der Montage von historischem Filmmaterial den Bogen zur wechselhaften Geschichte des Prenzlauer Bergs, die immer auch ein Kampf um Wohn-Raum war und ist”, heißt es in der Ankündigung.
Premiere ist am 15.4.2010 um 20:15 Uhr beim achtung berlin-Festival im Babylon Mitte.
“Die Addition der Differenzen”
In der letzten langen Dekade des kurzen Daseins der DDR geriet Ostberlin, das Zentrum einer landesweiten Agonie, in Bewegung. Jedenfalls aus künstlerischer Sicht.
Speziell im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg entfalteten sich Allianzen von Dichtung und Malerei, von Malerei und Musik sowie von Musik und Dichtung. Jenseits des staatlichen Kunst- und Kulturbetriebs entwickelte sich eine Szene, die in ihren Aktivitäten und in ihrer Arbeit eine von ideologischen Grenzziehungen nicht kontaminierte Sprache suchte und fand.
Diese Suche entsprach durchaus einer Unabhängigkeitserklärung. Sie mündete in eine „Poesie des Untergrunds“, die zwar unter halblegalen und illegalen Bedingungen entstand und Verbreitung fand, sich aber einer ständigen Bezüglichkeit auf die Diktatur verweigerte. Diese Abkehr vom Diskurs entsprach der Einsicht, dass ein Dialog mit der Macht nur einen Monolog der Mächtigen nach sich ziehen konnte.
Die geistigen Zeugnisse und materiellen Hinterlassenschaften dieser Szene sichtbar zu machen, ist Ziel dieses Buches mit Beiträgen u.a. von Bert Papenfuß, Elke Erb, Jan Faktor, Johannes Jansen, Peter Böthig, Peter Wawerzinek, Ronald Galenza.
Der Herausgeber Uwe Warnke stellt das Buch vor.
Wo? Leider nicht im Prenzlauer Berg, sondern jenseits der Mauer.
6. April 2010, 20:30 Uhr
Monarch, Skalitzer Straße 134, Kreuberg
Quelle: http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=105843502784030&ref=mf
Rabbit Habitats
Wie wir alle wissen, leben die Hasen (Kaninchen/Hamster/Erdhörnchen) zur Osterzeit vornehmlich auf Bäumen und befestigen – wenn gerade keiner hinsieht – ihre farbenfrohen Gelege mittels kleiner Schnüre im mehr oder weniger kahlem Gezweig. Am Ostermontag findet man/frau Gelegenheit zur Gelegeschau (so der Beamer funktioniert) und bekommt auch was auf die Ohren: die renmaid spielt, was sie so findet in Richtung Nordostern; Herr Bonik wird eher psychedelische Hasenpfade ansteuern. Möglicherweise verlieren auch beide die Orientierung & werden vom weißen Kaninchen in einen nahestehenden Erdbau gezogen. Mal sehen!
5. April 2010, 22 Uhr, KingKongKlub, Brunnenstraße 173
Gebt der Jugend die Kommandozeile
Das Bezirksamt Pankow sucht Auszubildende zum Fachinformatiker, Fachrichtung Systemintegration. Hier die Ausschreibung:
Bezirksamt bildet FachinformatikerIn aus
Bewerbungen bis Ende Mai möglich
Für die Ausbildung zum Fachinformatiker in der Fachrichtung Systemintegration nimmt das Bezirksamt Pankow jetzt Bewerbungen bis zum 31. Mai 2010 entgegen. Beginn der dreijährigen Ausbildung ist der 1. September 2010. Fachinformatiker/innen setzen fachspezifische Anforderungen in komplexe Hard- und Softwaresysteme um. Sie analysieren, planen und realisieren informations- und telekommunikationstechnische Systeme und führen neue oder modifizierte Systeme der IT-Technik ein. Typische Einsatzgebiete sind z. B. Rechenzentren, Netzwerke, Client/server- Systeme, Fest- oder Funknetze.
Die Liebe und Viktor
Der depressive Viktor hat der Liebe den Krieg erklärt. Also zieht er – wie einst Don Quichotte – los, um auf großer Ausfahrt für die edle Sache zu kämpfen. Sein denkfauler Kumpel Otto muss den Sancho Panza spielen. Der Stadtpark nebenan ersetzt La Mancha. Und statt eines Gauls reitet Viktor ein altes klappriges Fahrrad.
25. & 26. März 2010 um 21:30 Uhr
27. März 2010 umd 20 & 22 Uhr
DAS FILMCAFE
Schliemannstraße 15
Tel: 030-81 01 90 50
Eintritt 4,50 Euro
Aufwertung ganz ohne QM
Den Artikel “Bronx bleibt Brox“, ein Vergleich zwischen dem Soldiner Kiez und die Gegend um dem Helmholtzplatz herum und die Arbeit des Quartiersmanagements, hat helmholtzplatz.de leider erst jetzt entdeckt. Besonders interessant sind die Beschreibungen der Aufgaben des Quartiersmanagements und die Zuschreibungen der Wirkung.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ließ sich Ende 2005 mit dem Auslaufen des QM Helmholtzplatz zu der Aussage hinreißen, die Arbeit des QM sei erfolgreich gewesen, denn das Gebiet ist ja jetzt aufgewertet. Vielen kam das schon damals komisch vor, denn die Aufwertung hatte weniger mit der Arbeit des QM zu tun, sondern war Ergebnis der Sanierungen die durch die Ausrufung zum Sanierungsgebiet politisch gefördert wurden – nicht durch das Quartiersmanagement. Die Sanierungsziele wurde alle nicht erreicht – außer, dass jetzt alles saniert war. Die Ziele des QM, also nachhaltige Entwicklung, Partizipation oder auch Förderung der sozialen Infrastruktur wurden – wenn überhaupt – unabhängig von den QM-Fördermitteln erreicht – durch den Austausch der Bevölkerung. Die neuen Nachbarn nahmen das mit eigenem Geld in die Hand, und sei es nur durch die Förderung der latte macchiato-Kultur. Übrig blieb ein schönes Platzhaus auf dem Helmholtzplatz für das kein QM-Verfahren nötig gewesen wäre. Selbst die Freunde des öffentlichen Bierkonsums sind zum Glück wieder da. Quartiersmanagent als soziales Placebo.
Siehe auch im Gentrification-Blog Quartiersmanagement: Erfolgsmodell Ausgrenzung?
Wohnen im Prenzlauer Berg und Genossenschaftseigentum
Da die Wohnungsbaugenossenschafft “Bremer Höhe” in diesem Jahr 10 Jahre jung wird, hat Uwe Rada in der taz-Serie “Soziale Stadt” einen Artikel über Genossenschaftseigentum geschrieben.
Darin wird klar, dass gemeinschaftliches Eigentum für den Hauptzweck, nämlich das Wohnen der Mieter und nicht die Rendite von Eigentümern, die sinnvollere und wohl auch nachhaltigere Form der Eigentumsbildung ist. Kritisch zu überdenken wäre aus meiner Sicht, ob es gut ist, wenn auch eine Wohnungsbaugenossenschaft wie die Bremer Höhe immer größer wird, Wachstum als Holzweg.
Sind Baugruppen der Ausweg angesichts einer immer weniger vorhandenen öffentlichen finanziellen Unterstützung zur Bildung von Gemeinschaftseigentum? Wohl nicht, denn die Baugruppe baut nur zusammen, es entsteht aber kein gemeinsames Eigentum und damit keine wirkliche gemeinsame Verantwortung.
taz: Wo Dein Platz, Genosse, ist. 13. März 2010
Nachtrag: “Legalität für die Opposition!”
In Ergänzung zum vorherigen Blog-Eintrag: Hier steht ein kleiner Bericht zur Eröffnung der Ausstellung.
Legalität für die Opposition!

Foto: Promo/Hauswald
Nach der Assstellung “Poesie des Untergunds“, die bis vor wenigen Tagen in der Ausstellungshalle des Kulturzentrums Sebastian Hafner zu sehen war, folgt gleich anschließend eine weitere Ausstellung, die sich mit Ost-Berlin und dem Prenzlauer Berg der 1980er Jahre beschäftigt. Der Titel “Legalität für die Opposition!” ist etwas sperrig, phantasielos, was gerade im Vergleich zur vorherigen Ausstellung über die Literaturszene auffällt. Doch davon unabhängig versprechen Ausstellung und Rahmenprogramm spannend zu werden.







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