Kastanienallee 42 – Abriss und Verdrängung
In der Kastanienallee an der Grenze von Mitte und Prenzlauer Berg werden Altbauten abgerissen. Vor über zwanzig Jahren verhinderten Anwohnerproteste in der Oderberger Straße die Abrisspläne der SED – heute reicht die Wirtschaftlichkeitsberechnung eines Hauseigentümers, um eine Abrissgenehmigung zu bekommen.
Was lange währt, wird nicht zwingend schöner
Da die Fluktuation der Bevölkerung im Prenzlauer Berg ja recht hoch ist, wird es viele Bürger geben, die sich demnächst verdutzt die Augen reiben werden: Nein, der Bauzaun, der seit gefühlten 20 Jahren auf dem Arnswalder Platz steht, gehört nicht wirklich da hin, jetzt wird er abgebaut.
Vier Jahre (der Zaun steht schon länger) hat die Sanierung des Fruchtbarkeitsbrunnens, wie das monströse Bauwerk im Bötzowviertel offiziell heißt, gedauert. Nun soll das Wasser wieder sprudeln.
1. Mai nazifrei!
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte in der “Saarbrücker Zeitung”: “Ich finde das Verhalten von Wolfgang Thierse empörend.” Thierse habe lediglich seinen Prominentenstatus ausgenutzt und nicht mit den anderen demonstriert. “Dann hat er sich auf die Straße gesetzt, blockiert, damit die Medien auf ihn aufmerksam werden.”
Die Mutigen sollte man von den Wichtigen unterscheiden. Sich mit großer Geste auf der Straße niederzulassen ist für Politiker wie Wolfgang Thierse wohlfeil. Die wahren Helden des 1. Mai waren andere.
Gegen Nazis in Pankow!
Bezirkspolitiker rufen Bevölkerung auf, sich an friedlichen Protesten zu beteiligen
Bezirksbürgermeister Matthias Köhne, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow, Burkhard Kleinert und alle in der BVV vertretenen Fraktionen – SPD, Linksfraktion, Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP – rufen die Bürgerinnen und Bürger Pankows auf, sich an friedlichen Protestaktionen gegen die geplante Nazidemonstration in Prenzlauer Berg am 1. Mai 2010 zu beteiligen.
Nach Medieninformationen führt die Demonstrationsroute vom S-Bahnhof Bornholmer Straße über die Schönhauser Allee, Wichert-, Grell- und Storkower Straße zum S-Bahnhof Landsberger Allee. Verschiedene Akteure planen friedliche Gegenaktionen. „Zahlreiche Initiativen, wie etwa der Berliner Ratschlag für Demokratie, setzen sich mit Unterstützung vieler Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gegen den Neonaziaufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010 ein. Wir rufen die Pankowerinnen und Pankower auf, sich an den zivilen und friedlichen Protesten gegen Rechtsextremismus zu beteiligen“, erklärt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. Auch sollten sich die Anwohner der Demoroute mit phantasievollen Aktionen klar gegen Nazis positionieren.
Pressemitteilung Bezirksamt Pankow, 29.4.2010
Der 1. Mai (auch) im Prenzlauer Berg nazifrei!
Für den 1. Mai 2010 hat die NPD eine Kundgebung am S-Bahnhof Bornholmer Straße mit Umzug durch den Prenzlauer Berg angemeldet. Eine Route entlang der S-Bahntrasse über die Bornholmer Str., Schönhauser Allee, Wichert- und Grellstraße gilt als wahrscheinlich.
Niemals: Der 1. Mai (auch) im Prenzlauer Berg nazifrei!
300 Euro für den Fußballnachwuchs
Der Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE, ein Zusammenschluss von Bundestagsabgeordneten und Mitarbeitern, fördert durch Spenden soziale Zwecke. Im Auftrag des Fraktionsvereins konnte Stefan Liebich heute den jungen Kickern der 2. F-Jugend der SG Rotation Prenzlauer Berg (Schlachtruf “Rolle Rolle Rotation”) einen Spende über 300 Euro überreichen. Die stürmischen Fußballer freuten sich so heute nicht nur über das herrliche Fußballtraumwetter, sondern auch über den interessanten Besuch aus dem Bundestag mit dem großen Scheck.
Ein Film, der sich nichts traut
Kurzkritik zum Film “Lychener 64“:
Das Gute an dem Film ist, dass die Thematik überhaupt beleuchtet wird. Das Schlechte: Er bleibt oberflächlich, zahm und verliert sich in den Charakteren. Ein Film, der sich nichts traut.
Zwar ist es angemessen, als Dokumentarfilmer Distanz zu behalten und diese filmisch zu beachten. Wahrscheinlich weil die Filmemacher keine Distanz haben – sie wohnten selbst im Haus – wird diese bemüht hergestellt – was nicht gut gelingt, sondern zur Verflachung führt. read on my dear…
“Neue Arroganz”
“Im Lifestyle-Viertel mit seinen teuren Eigentumswohnungen, Ego-Eltern auf Biotrip und mit verzogenen Gören hat eine neue Arroganz die friedliche Bürgerlichkeit abgelöst.”
Stefan Strauss in der Berliner Zeitung, 16.4.2010 (Danke Stefan für diesen schönen Beitrag)
Behutsame Stadterneuerung bricht den Widerstand
“Hinzu kommt, dass die ganze Palette an Instrumenten der behutsamen Stadterneuerung – also Sozialplan, Umsetzwohnung, Milieuschutz – die Kampfeslust auch nicht gerade befeuert hat. Eher ist es so, dass sie den Widerstand brechen. Schließlich wird einem damit auch vorgeführt, dass man gegen den Prozess der Sanierung an sich keine Chance hat. Der Prenzlauer Berg wird saniert. So oder so. Alle Faktoren sprechen gegen Widerstand und dafür, zu gucken, wo man bleibt.”
“Irgendwie ist es auch einfach ein Nachbarschaftsstreit.”
Ivo Bozic über alte und neue “Baugruppen”
(…) So wie die K20-Baugruppe nebenan hat man selbst bestimmt, was wie gebaut wird. Nur haben die einzelnen Bewohner dafür kein Eigenkapital aufbringen müssen, und man hat auch nicht wie die Architekten der K20 den »Deutschen Bauherrenpreis« bekommen. Dabei sind die Gemeinschaftsküche im Dachgeschoss mit der wahnsinnig beeindruckenden, riesigen Terrasse, das Kino im Erdgeschoss, die Wandgemälde, das Pflaster-Mosaik im Hof usw. wirklich schön und alles andere als billiger Do-it-yourself-Kram. Und natürlich hat man ebenfalls ökologisch und kinderfreundlich gebaut. Und ist auch selbst kinderfreundlich geworden. (…)
Weiter hier..., Jungle World, 1. April 2010








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