Neuer Plan zur Bebauung des Weddinger Teils des Mauerparks
Seit vielen Jahren wird in den beteiligten Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg darüber gerungen, wie mit dem Mauerpark umgegangen wird. Jetzt hat der Baustadtrat von Mitte, der für den Weddinger Teil des Mauerparks (auf dem u.a. der Trödelmarkt stattfindet) verantwortlich ist, einen Plan für eine Bebauung vorgestellt.
Dieser sieht vor, dass ein langer Gebäuderiegel auf der Weddinger Seite des Mauerparks errichtet wird, der zwischendurch an mehreren Stellen unterbrochen wird. Dieser Plan wird nicht nur in der Bezirksverordnetenversammlung von Mitte kritisch gesehen, sondern auch vom Bürgerverein Gleimviertel, der sich seit langem mit dem Mauerpark beschäftigt.
Hier die Stellungnahme des Bürgervereins:
Am 23.07.09 stellte der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe, im Quartiersmanagement Brunnenviertel die zwischen ihm und der VIVICO ausgehandelten Mauerparkpläne vor.
Diese Pläne sehen einen 6-7 geschossigen, 30 mtr. breiten Gebäuderiegel vor, der Rücken an Rücken mit den bestehenden Weddinger Bauten stehen würde. Der Gebäudestreifen soll, mit kleinen Unterbrechungen, von der Bernauer Str. bis über die Gleimstraße in einer Schleife an den Bahngraben herangeführt werden. Die Bebauung mündet in einem 10-Geschosser am Schwedter Steg.
Gothe bietet der VIVICO Baurecht für ca. 4,75 ha an, um damit ca.5,2 ha Fläche für den Park einzuhandeln.
Sowohl die VertreterInnen der Pankower und Weddinger Bürgerinitiativen und Vereine, als auch die anwesenden stadtentwicklungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der BVV Mitte, ausgenommen der SPD Vertreterin, lehnten mit detaillierter Kritik die gezeigte Planung ab.
Hauptkritikpunkte:
- Der so entstehende Park würde in seiner schmalen, lang gezogenen Form nicht funktionieren.
- Unsensibler Umgang mit historisch bedeutsamem Areal.
- Trennung zwischen Wedding und Prenzlauer Berg wird manifestiert, nicht gelockert.
- Starke Nutzungskonflike zwischen den neuen Bewohnern und den Parknutzern sind unausweichlich und vorhersehbar.
- Formale und rechtliche Grundlagen des Handelns sind nicht geprüft, so bleibt die Frage ungeklärt, ob für ein Baufeld von 4,5 Ha. auf einer im FNP als Grünland ausgewiesenen Fläche nicht auch der FNP geändert werden müsse, um ein eine Bebauung zu ermöglichen. Dazu sagt der Stadtrat nur, ob der FNP geändert werden müsse, dass habe den Bezirk nicht zu interessieren.
Wir gehen davon aus, dass wir in Zukunft von dieser Planungs und Tauschvariante ebenso wenig hören werden, wie von den ungezählten anderen Varianten, die wir zu diesem Thema durch die Baustadträte von Mitte in den letzten 6 Jahren kennen gelernt haben.
Die VertreterInnen der Pankower und Weddinger Bürgerinitiativen und Vereine bieten dem Stadtrat, dem Bezirksamt Mitte und der Senatsverwaltung die konstruktive Zusammenarbeit an, mit der erklärten Zielsetzung, den Park in der ursprünglichen Form und Größe ohne Bebauung fertig zu stellen.
Die AnliegerInitative Marthashof über diese Pläne: “Das ist die Vernichtung all dessen, was den Mauerpark weltweit und historisch einzigartig gemacht hat: das frei Atmen auf diesem ehemaligen Todesstreifen, an der Nahtstelle zwischen drei Bezirken aus Ost und West”.
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Update: Auch die Freunde des Mauerparks lehnen die vorgeschlagene Bebauung klar ab.


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stadtrat grothe vor 1,5 Jahren: “„Das wird kein hermetischer Gebäuderiegel. Da sollen einzeln stehende Häuser im Stadtvillentypus entstehen“ http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Mauerpark;art125,2437484
Die jetzt gezeigten Päne sehen anders aus: eine langer unterbrochener Riegel. und hat schon mal jemand eine “stadtvilla gesehen”, die 7 Etagen hat?