Kollwitzplatz: “Soziale” Stadterneuerung ?

29. April 2009
Soziale Stadterneuerung und Milieuschutz?

Soziale Stadterneuerung und Milieuschutz?

Zwei Hinweise auf das gentrificationblog von Andrej Holm über die Entwicklung des Kollwitzplatz durch oder trotz  Aufwertung und  Sanierung mittels öffentlicher Förderung:

Kollwitzplatz: Aufwertung oder Gentrification?
Darin äußert sich Wolf Schulgen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Die ganze Sanierung sei ein voller Erfolg, denn ganz offensichtlich fühlen sich die Leute hier ja wohl. Der Kollwitzplatz sei durch die Stadterneuerung zu einem lebenswerten Kiez geworden und auch Probleme mit den steigenden Mieten sind nicht wirklich dramatisch.

Wichtigste Zielstellung des Milieuschutzes in den Sanierungsgebieten war nicht, den Wohlfühlfaktor zu erhöhen, sondern die Mieter zu schützen und dennoch die zwingend notwendige Sanierung der Wohnquartiere zu ermöglichen. Welch grandiose, entlavende Verdrehung durch den Senat!

Kollwitzplatz: Gehen, Beleiben, Vergehen? Bei der Betrachtung über das Ende der Sanierungsgebiete geht es nicht mehr um die Ziele, die mit den versprochenen Sanierungszielen verbunden waren, sondern um die subjektive Emperie, wer in welcher Form davon betroffen war.

Warum ist niemand auf der Entscheiderebene ehrlich genug festzustellen, dass soziale Stadterneuerung in den Kernzentren des Prenzlauer Berg gescheitet ist? Erneuert ja, aber sozial nicht. Wohl, weil es nur Idealisten um das soziale in der Stadterneuerung ging.

Noch bis Ende April ist die Ausstellung “15 Jahre Stadterneuerung Kollwitzplatz 1993 – 2008” im Kulturzentrum Sebastian Haffner in der Prenzlauer Allee zu sehen.

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One Comment

  • Julius Howorka sagt:

    Eine Ausstellung die man sich nicht antun muß, das sie den sozialen Absturz des Kiezes beschreibt. Ist nur zu hoffen das sich die Menschen sich so dermaßen selber auf die Füße treten, so das sie bald wieder wegziehen.

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