Es sind noch Wohnungen frei!

27. April 2009
Wohnungen sind noch frei, dafür der Platz für Obdachlose bald weg?

Wohnungen sind noch frei, die "Wohnung" für Obdachlose dagegen bald weg?

Auf der Freifläche neben der Kaufhalle (früher Extra, jetzt Rewe) in der Pasteurstraße soll ein neues Wohnhaus entstehen. Die Baugemeinschaft Louis P. will dort in energiesparender Bauweise Wohnungen errichten.

Leider ist das, was von Louis P. als Baulücke bezeichnet wird, gar keine solche nur im juristischen Sinne eine solche. Es ist ein seit Jahrzehnten als öffentlicher Raum genutzer Platz und die “Wohnung” von etlichen Obdachlosen und / oder Alkoholabhängigen.

Macht es einen Unterschied, ob man von einem Immobilienhai oder einer privaten Baugemeinschaft verdrängt wird? Warum eigentlich darf jeder freie Platz zugebaut werden? Kann das vielleicht noch die Finanzkrise verhindern?

Schlagwörter:, , ,

6 Comments

  • Christian sagt:

    Ich finde dass sehr sehr schade und kann mich als Mitglied der Betroffenenvertretung Bötzowviertel nur gegen dieses Bauprojekt stellen.

    Es macht mich auch sehr nachdenklich wieso einzelne Menschen ihre Anliegen als wesentlich wichtiger erachten,als die der anderen, ja sich sogar über sie stellen.

    Die Fläche ist eine kulturelle und freizeitlich von vielen im Kiez genutzte Fläche und Treffpunkt der Alkoholiker, die dort friedlich ihr Bier trinken und nun leider auch verdrängt werden.

    Prenzlauer Berg wo bist du nur hin? Ich erkenne dich nich wieder :(

  • H.Hermes sagt:

    Viele Kommentare sind von einer erstaunlichen Arroganz und von einer erschreckenden Menschenverachtung geprägt.

    Meine Empfehlung: LTI von Victor Klemperer lesen

  • olfe sagt:

    @hermes: welche kommentare meinen sie?

  • Andreas sagt:

    Ich finde ,man sollte die Baugruppen nicht von vorneherein verurteilen. Was ist denn besser, sogenannte Immobilienhaie, die Freiflächen meist kommerziell ausschlachten oder die vom Senat beabsichtigten sozial ausgewogegenen Baugruppen, die im besten Fall zur Belebung des Kiezes beitragen. Dass die Alkoholiker sich dann vielleicht ein anderes Plätzchen suchen müssen, ist meines Erachtens zu verschmerzen. Man sollte im übrigen auch ein wenig Realist bleiben. Der Senat braucht Geld und verkauft daher die Grundstücke über den Liegenschaftsfonds. Zudem gibt es das “Planwerk Innenstadt”, das sich zum Ziel gesetzt hat, die mit Baulücken und Grundstücksbrachen reichlich ausgestatte Berliner Innenstadt baulich zu verdichten, was nicht heißt, dass es keine Grünflächen mehr geben soll. Festzuhalten bleibt: Wenn die Käufer dieser Freiflächen Baugruppen sind, dann ist das allemal besser, als wenn Großinvestoren dort leere Bürotürme hinstellen. Vorausgesetzt sie sind tatsächlich sozial ausgewogen, was wohl leider nicht immer der Fall ist.

  • spa sagt:

    @andreas: generell ausschließen nein, korrekt. in der regel sind solche baugruppen sinnvoller als kommerzielle immobilienentwickler. aber das planwerk innenstadt kann man natürlich gerne kritisieren. es gab mal eine zeit, da hat man baulücken ganz absichtlich als lücken belassen oder hinterhöfe entkernt um luft und platz zu lassen. allerdings hat dieser fall hier wohl nix mit dem planwerk zu tun, die fläche war juristisch wohl nicht öffentlicher besitz.

  • Andre sagt:

    Die Fläche ist eine kulturelle und freizeitlich von vielen im Kiez genutzte Fläche…

    Lieber Christian, ich wohne ja erst (!) drei Jahre in der Pasteurstraße, habe aber nicht einen Tag erlebt, an dem die Fläche kulturell oder freizeitlich genutzt wurde. Außer man versteht darunter “Gruppensaufen”. Die Veranstaltung findet da wirklich jeden Tag statt und wer glaubt, den Alkoholikern damit zu helfen, dem ist nicht mehr zu helfen…

Einen Kommentar hinterlassen

Bitte denke daran: Kommentare werden moderiert, darum bitte Geduld. Anmerkungen, die eine schlechte Kinderstube erahnen lassen, haben keine Chance. Herzlichen Dank.