Die Stimmung zieht sich zu – Ärger im Prenzlauer Berg

21. März 2009

Der Tagesspiegel schreibt über Ärger im Prenzlauer Berg und meint damit den Prozess der Gentrifizierung, der seit ca. 20 Jahren in unterschiedlichen Phasen abläuft. Leider unterliegt die Autorin dem weit verbreiteten Irrglauben, dass der Prenzlauer Berg nur aus den helmholtzplatzartigen Gebieten besteht. Auch sind brennende “Luxusautos” eher ein Phänomen in (und aus?) Friedrichsain, wie man dieser Seite entnehmen kann. Aber die Klischeebeschreibungen sind passend. Viele haben dies sicher schon im eigenen Umfeld so oder so ähnlich wahrgenommen. Etwas altbacken ist die Lösungsempfehlung, dass man sich doch einmal zum Kaffee zusammensetzen möge. Sicherlich, reden ist (fast) immer richtig, aber ergiebiger wäre es vieleicht, wenn Bürger sich in Gestaltungsprozesse einbringen würden oder dafür interessieren täten, zum Beispiel hier.

Nach der Wende wollten alle nach Prenzlauer Berg ziehen. Doch jetzt brechen unter den Bewohnern zunehmend Konflikte auf. Streit gibt es zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen, Singles und Familien, Schwaben und Preußen, Reichen und Linken. Zum Artikel

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5 Comments

  • Dr. Oliver Strebel sagt:

    Auch wenn ich nur selten wegen einer Bekannten, die dort wohnt, im Prenzlauer Berg war: Ab jetzt werde ich den Bezirk meiden wie die Pest, denn dort stinkt es pervers nach piefigen, kleinbürgerlichen Vorurteilen.

  • Julius Howorka sagt:

    Ich finde diesen Artikel übertrieben. Sicherlich gibt es immer probleme zwischen den verschiedenen Schichten, aber das Hauptproblem in Prenzlauer Berg liegt eher an der Überbevölkerung wo alle dicht an dicht sind. Siehe dir zum Beispiel mal den Falkplatz an einem sonnigen Tag an…

  • Manou sagt:

    Natürlich ist Prenzlauer Berg zu voll, natürlich fühlen sich die Alteingesessenen überrannt und eingeengt, wenn nicht gar vertrieben. Ich selbst habe es nicht mehr in PBerg ausgehalten, weil all die reichen, hippen Yuppies mich alt aussehen lassen und mit ihrem Massenaufkommen ein Kultur einführen, die Scheiße ist. Die neuen Prenzlberger sind egozentrisch, aalglatt, hinterlistig, rücksichtslos, skrupellos. Ihr Wort gilt nichts. Prenzlberg ist gefallen – leider. Dem Berliner bleibt nur die Flucht.

  • Jual Philipp sagt:

    ich selbst wohnte in der Lychener Str. & Jahre in der Greifenhagener Str. jeweils 4 Jahre. Ich bin in Weißensee-Prenzlauerberg groß geworden und vermisse eine Menge-
    Viele der Zugezogenen beschwichtigen einen immer damit das sei doch normal das sich Szeneviertel verschieben. Ich muss ehrlich sein ich find dieses ganze Zugezogene schrecklich. Mir wird wird mit einem Lächeln gesagt: “Mensch, Junge, das ist doch ganz normal” “Davon geht doch nicht die Welt unter..”…
    Aber ich muss sagen, das hier ist mein Lebensraum. Mein Revier. Jetzt ist Neukölln im Kommen und ich sage vorraus das ich dem ganzen auch nur 5-10 Jahre gebe bis sich die ärmeren Mitmenschen in Rudow und schließlich am Rand von Berlin wiederfinden. Und das soll toll sein? Paris hat es vorgemacht. Dort sind die Mieten so immens hoch das die Leute am Rand der Stadt hausen. Die frustration nicht “dazuzugehören” steigt. Die Menschen kommen in die SzeneBezirke und glauben ein biossschen Subkultur zu finden. Problem ist nur das Sie das meiste als zu “krass” empfinden es ablehnen und sich nicht wie in anderen Großstädten sagen das dies nun mal der “Stadt-geist” ist. Das Problem zeigt sich dann in solchen schönen poetischen Schriftzügen wie in friedrichshain wieder: “Ihr raubt dem Kiez seine Seele!” Und damit hat er/sie irklich recht gehabt. Einglieder und die Stadt – atmen und leben. Ich komm sonst auch mit den zugezogenen klar solange sie nicht ihre kleinstadtmetalität raushängen lassen allles was sie nicht kennen erstmal ablehnen. Berlin hatte schon genug Besetzer gehabt. Ich denke die Stadt kennt sich gut aus mit zugezogenen, aber wir sind auch immer einwenig skeptisch. Ich bin kein Patriot und fühle mich mit deutschland auch ncht verbunden. Aber ich bin gebürtiger Berliner und liebe meine Stadt – und die ist mir wirklich sehr wichtig!

  • spa sagt:

    danke für dein statement jual. ursprünglich wurde mal die “soziale stadterneuerung” erdacht, damit man in seinem kiez bleiben kann. diese stadterneuerung aber scheiterte – auch weil sie nicht bezahlbar war. jedenfalls nicht mit öffentlichem geld. ich denke, man darf es “den leuten” nicht vorwerfen, dass sie hier ihr glück suchen, sondern man sollte fragen, warum es gesellschaftlich keine bzw. kaum eine wirksame interventionsmöglichkeiten gibt. eine, die nicht ungebremste gewinnerwartungen in den vordergrund stellt. andererseits: auch die errichtung der damaligen arbeiterquartiere in den innenstadtbezirken vor über 100 jahren war im wesentlichen eine investition mit hohen gewinnerwartungen durch die bauherren.

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